Rückblick 2014/2015

Dein Handy – Du kaufst mehr als Du denkst

Schulkino In dieser Wettbewerbsrunde beleuchtete der “Sukuma Award – Schulkino” die Schattenseiten unserer Elektronik. Die Teilnehmenden beschäftigten sich mit ihren Handys: Von der Konzeption eines Smartphones, über die Rohstoffbeschaffung, die industrielle Produktion bis hin zur Nutzung und zum Recycling wurden die Missstände in der Wertschöpfungskette der Handyproduktion genauer betrachtet.

Die Teamenden des Sukuma arts e.V. besuchten im Herbst 2014 zehn Schulen in Dresden und Umland und führten kurze Unterrichts-Gespräche mit fast 530 SchülerInnen, von denen knapp 190 am Wettbewerb teilgenommen haben. Die 3 Siegerideen aus dieser Runde wurden Ende Februar/Anfang März 2015 im Medienkulturzentrum Dresden durch die Jugendlichen selbst verfilmt. Im Herbst 2015 führten wir mit ca. 200 Jugendlichen entwicklungspolitische Workshops zum Thema „Dein Handy – Du kaufst mehr als Du denkst“ durch. Aus dem dort erlernten Wissen entstanden in Gruppenarbeit insgesamt 8 kreative Filmideen, die auf ganz bestimmte Missstände in der Wertschöpfungskette unserer Handys aufmerksam machen. Die besten 3 Spotideen wurden im Dezember 2015 in Social Spots verwandelt.

Gewonnen haben diese Ideen:

Wenn Kinder Wenn Kinder Handys wären von Marlen Berg, Naemi Fischer, Ena Ziller und Jonas Wüstefeld (Freie Alternativschule Dresden)
Alle 18 Monate wechseln die Deutschen ihr Smartphone. Ein neues Design oder kleine zusätzliche Funktionen sind oft Gründe, sich gegen das eigentlich noch funktionierende alte Handy zu entscheiden.

 
 
Nicht jeder Nicht jeder kriegt was er will von Clara Sann und Vivian Dechert (Freie Evangelische Schule Dresden)
Große Werbefirmen suggerieren Kindern mit Slogans wie: „Wer will, der kriegt“, dass sie stets das neuste IT-Produkt besitzen sollten. Kaum jemanden ist bewusst, dass 30 % der Arbeiter, die unter lebensgefährlichen Bedingungen in Coltan-Minen für unsere Smartphones schuften, selbst Kinder sind.

 
Dein Handy Dein Handy – Du kaufst mehr als Du denkst von Janek Wuigk (Waldorfschule Dresden)
Geplante Obsoleszenz ist Teil der Strategie von Mobilfunkherstellern, ihre Kunden an den Neukauf ihrer Produkte zu binden. Bis zu 50 % des Kaufpreises eines Smartphones gehen als Reingewinn an die Unternehmen. Die ArbeiterInnen in den Fabriken und Minen bekommen jedoch keinen existenzsichernden Lohn.

 
SchrottschockSchrottschock von SchülerInnen der Klasse 7e (Gymnasium Dresden Cotta)
Im Trickfilmformat warnt uns die junge Crew in der Zukunft vor einer Elektroschrott‬-Katastrophe, die für Orte wie Agbogbloshie‬ (Accra/Ghana) jetzt schon Wirklichkeit ist. Allein Deutschland exportiert jährlich rund 150.000 Tonnen Elektroschrott illegal nach Asien und Afrika.

 
 
FragnachFrag‘ nach! von SchülerInnen der 8. und 9. Klasse (Hans-Erlwein-Gymnasium Dresden)
Die Idee für ‚Frag nach!‘ entstand bei einem Workshop mit einer altersgemischten Gruppe am Toleranztag des Hans-Erlwein-Gymnasiums. Herausgekommen ist der Aufruf beim nächsten Kauf einfach mal nachzufragen, ob das Smartphone fair produziert wurde!

 
 
würdest duWürdest Du für Dein Handy sterben? von SchülerInnen der Klasse 10c (Gymnasium Dresden Cotta)
Die Jugendlichen wollen mit ihrem Socialspot darauf aufmerksam machen, dass immer wieder Menschen in der Handyproduktion‬ sterben. Selbstmorde‬ in den Hersteller-Fabriken sind oft die letzten Auswege aus unmenschlichen Arbeitsbedingungen‬ und extremer Existenzangst der ArbeiterInnen.

Außerhalb der Wertung wurde in einem Winterferienprojekt am Putjatinhaus Dresden ein weiterer Film gedreht, es entstand eine ernsthaft-komische Satire auf die medial sehr erfolgreichen „hauls“:

Die SchubladeDie Schublade von Anna-Maia Leupolt, Rosalie Koppitz, Peter Penzl, Martin Pelikan und Marius Koch (2. Platz beim SPiXEL-Award 2016)

Mehr als 100 Millionen Handys liegen ungenutzt in deutschen Schubladen. So gehen eine Unmenge an Metallen und seltenen Erden verloren. Recyceln, Reparieren und längere Nutzung helfen, die massive Ausbeutung endlicher Ressourcen zu verringern.

Außerdem führten die Teamenden des Sukuma arts e.V. ein entwicklungspolitisches Medienprojekt mit der Klasse BGY-14-1 der Akademie für berufliche Bildung Dresden durch. Unterstützt vom Medienkulturzentrum Dresden und dem SAEK entstanden kurz vor den Sommerferien innerhalb von drei Tagen weitere zwei Spots zum Thema „Dein Handy – Du kaufst mehr als Du denkst“.

afbB1Kollateralschaden

Mit dem multilingualen Spot wollten die Jugendlichen auf ironisch überspitzte Weise zeigen, wie die westliche Gesellschaft ignoriert, dass ihre Smartphones unter menschenrechtsverletzenden Bedingungen hergestellt werden. Was denkst Du über die Produktionsbedingungen Deines Handys?

 
 
AfbB2.JPGNur weil Du es nicht siehst…

Wir kleben an unseren Handys und bekommen oft nicht mit, was um uns herum passiert. Der witzige One Take auf der Pragerstraße zeigt, was man alles erleben kann, wenn man mal den Blick über den Bildschirmrand schweifen lässt.