2012: Die (fast) nackte Wahrheit über Uniformen

Im Sommer 2012 wurde der „Sukuma Award“ zum ersten Mal mit lokalem Fokus-Thema ausgeschrieben. Die BürgerInnen in Dresden und Chemnitz waren unter dem Slogan „Die (fast) nackte Wahrheit über Uniformen“ dazu aufgerufen, ihre Ideen für einen Kinospot über sächsische Arbeitsbekleidung einzureichen. Mit dem Spot sollte darauf aufmerksam gemacht werden, dass Berufsbekleidung wie Polizeiuniformen und Arztkittel zu Niedriglöhnen in Mazedonien produziert werden.

Hier präsentieren wir die Sieger:

Der Siegerspot Dresden basiert auf der Idee des 30-jährigen Oliver Wendisch und thematisiert die Ausbeutung von Textilarbeiterinnen für die Herstellung von sächsischen Polizeiuniformen. Der Film hatte am 28. August 2012 vor ca. 1.500 ZuschauerInnen bei den Filmnächten am Elbufer Premiere.

240720126807

Der Dreh des Siegerspot Chemnitz fand im Krankenhaus Dresden-Neustadt statt. Die Idee kommt von der 27-jährigen Manuela Baumann aus Marienberg, die sich mit der unfairen Produktion von sächsischer Krankenhausbekleidung beschäftigt. Der Film feierte am 21. August 2012 vor ca. 200 ZuschauerInnen in Chemnitz bei den Filmnächten auf dem Theaterplatz Premiere.

Filmdreh

Beide Ideen wurden unter Leitung des Potsdamer Regisseurs Thomas Frick und dem Produktionsteam von ravir film GbR sowie mit der Hilfe vieler freiwilliger Engagierter professionell verfilmt. Die verwendete Musik stellten uns großzügigerweise für den Dresden-Spot die Band Die Ärzte und für den Chemnitz-Spot Clueso zur Verfügung. Das Making-Of, das einen Blick hinter die Kulissen des Drehs des Chemnitzer Siegerspots wirft, vermittelt einen Eindruck.

Und was kannst Du tun?

Egal, wo Du kaufst: Nimm Deine Konsumentenrechte wahr! Sei einE kritischeR KonsumentIn und stelle Fragen! Nur wenn die Unternehmen merken, dass es ihren Kunden wichtig ist, werden sie an Verbesserungen für die NäherInnen arbeiten.

1) Soziale Standards:
Frage die HändlerInnen, ob Menschen- und Arbeitsrechte (z.B. Gewerkschaftsfreiheit, keine Zwangsarbeit) eingehalten werden! Erkundige Dich, ob die Firma Mitglied in unabhängigen Kontroll- oder Zertifizierungsorganisation wie der Fair Wear Foundation oder der Ethical Trading Initiative ist. Dadurch verpflichtet sich die Firma auf bestimmte Grundregeln und darauf, diese gemeinsam mit den Zertifizierungsorganisationen schrittweise zu optimieren.

2) Umweltstandards:
Frage die HändlerInnen, ob zertifizierte ökologische Textilien/Rohstoffe verwendet wurden (z.B. ökologisch angebaute Baumwolle)! Hierfür ist das bisher einzige 100% unabhängig vergebene Label das GOTS-Siegel.

3) Fairer Handel:
Frage die HändlerInnen, ob die ProduzentInnen einen existenzsichernden Lohn und faire Abnahmeverträge (anstatt kurzfristiger Verträge ohne Planungssicherheit) für ihre Produkte erhalten! Leider gibt es dafür – außer dem TransFair-Siegel – Label für Textilien bisher nur auf Rohstoffebene, z.B. für die Baumwolleernte, also nicht für die Textilverarbeitung. Es werden inzwischen viele verschiedene Siegel mit unterschiedlich strengen Kriterien verwendet. Doch aufgepasst: Einige dieser Label sind nicht unabhängig und nicht geprüft. Sei kritisch! Nur dann werden die Standards nicht schrittweise aufgeweicht.

Danksagung

Wir möchten uns besonders bei den Filmnächten sowie den Dresdner Kinos, wie Schauburg und CinemaxX, für die Ausstrahlung der Kinospots bedanken. Zudem danken wir unseren Netzwerkpartnern Sachsen kauft fair, dem DGB Sachsen, dem Entwicklungspolitischen Netzwerk Sachsen (ENS), der Grünen Liga Sachsen sowie der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsen für die gute Zusammenarbeit. Auch unseren Medienpartnern, dem DRESDNER Kulturmagazin, Dresden Fernsehen sowie dem Online-Magazin Neustadt-Ticker danken wir sehr herzlich für ihre Unterstützung.
Ein ganz besonderer Dank geht außerdem an alle Personen, die uns bei den Dreharbeiten unterstützt und tatkräftig mitgearbeitet haben. Neben unserem Regisseur und unserer Produktionsfirma gilt unser Dank allen SchauspielerInnen: Babette Kuschel, Benedikt Kauff und Felix Voigt für den Polizei-Spot sowie Roland Florsted, Mathias Bleier, Martin Weigert, Boris Schwiebert, Sarah F. Fanika und Josefa Jensch für den Arzt-Spot. Für die nette Zusammenarbeit mit dem Krankenhaus Dresden-Neustadt danken wir Naja Witthauer, für die Unterstützung von Seiten der TÜV Schule danken wir zudem Steffi Karn und auch Andrea Nerlich vom Infit-Dessousladen möchten wir unseren herzlichen Dank aussprechen. Wichtig für den Drehtag waren alle MaskenbildnerInnen und HairstylistInnen: Nicole Thiele von ntcosmetics, Sarah Wiedemann sowie das Team vom Friseurstudio Knievel. Für die Gestaltung und Bereitstellung des Siegerpokals bei den Preisverleihungen geht unser herzlicher Dank an die Firma Glasfoto. Besonders danken möchten wir zum Abschluss zudem Sebastian Lohse, dem Sprecher der Kinospots.